Rhipsalidopsis x graeseri Moran Syn.: Rhipsalis x graeseri Werderm. ( Osterkaktus )
Familie: Kakteengewächse - Cactaceae
Name: Rhipsalidopsis (f.) aus dem Gattungsnamen Rhipsalis und opsis griech. = Aussehen, Gesicht (die Pflanzen sind den Ruten- oder Binsenkakteen ahnlich); Rh. graeseri benannte Dr. E. Werdermann, Professor der Botanik in Berlin, die Bastardpflanze nach dem Nürnberger Gärtner Robert Graeser, der sie durch Kreuzung züchtete. "Osterkaktus" besagt, dass die Pflanzen zur Osterzeit blühen.
Herkunft: Wie bereits aus der Erklärung des wissenschaftlichen Namens hervorgeht, ist der "Osterkaktus" durch Kreuzung (Rhipsatidopsis graeseri Moran x Rhipsatidopsis rosea Britt. et Rose) entstanden.
Blütezeit: März/April bis Mai.
Anzucht: Durch Stecklinge (abgetrennte, vorjährige 2- bis 3 teilige Sprossglieder) meist im Frühjahr, aber auch zu jeder anderen Zeit.
Zur Anzucht kleiner Kronenbäumchen wird auf Selenicereus hamatus Britt. et Rose veredelt. Die Vermehrung durch Stecklinge ist auch im Zimmer möglich; das Veredeln überlasse man dem Kakteengärtner!
Pflegeansprüche: Der "Osterkaktus" hybriden Ursprungs ist wüchsiger und gegen niedrige Temperaturen weniger empfindlich als die Ausgangsarten, die tropischen Gebieten entstammen und als Epiphyten auf Urwaldbäumen leben. Wie diese ist er aber empfindlich gegen pralle Sonne; nur zur Ruhe- und Reifezeit beansprucht er volles Licht. Während des Sommer beschatte man leicht, halte die Pflanzen sonst aber hell und luftig; auch gieße und spritze man reichlich in den warmen Monaten, in denen sich das Sprosswachstum der Pflanzen vollzieht. Älteren Pflanzen sollten wir alle 2 Wochen Spezial - Kakteendünger verabreichen, der in Verbindung mit reichlicher Bewässerung zu Blühwilligkeit und Widerstandsfähigkeit beiträgt. Ab September ist weniger zu giessen, aber dafür zu sorgen, dass die Triebe keinesfalls "schlapp" werden. Nach dem Abblühen wird eine zweite, etwa zweimonatige Ruhezeit mit mässigem Giessen gegeben, dann aber ab Juni bis Juli wieder reichlich gegossen und gespritzt. In der winterlichen Ruhe- und Reifezeit sollen die Pflanzen hell und nicht zu kalt (bei 8 bis 10°C, gegen Winterende bei 15 °C) stehen. Knospen-und Triebabfall bei Zimmerkultur haben ihre Ursache in falscher Zusammensetzung der Erde; wenn im Boden Mangel an Kali oder Phosphorsäure herrscht, können Blüten und Triebe nicht voll zur Reife gelangen. Das oben empfohlene Düngen während der sommerlichen Wachstumszeit beugt diesen Mangelerscheinungen vor. Ein Umtopfen älterer Pflanzen ist nicht in jedem Jahr nötig. Man nehme es bei Bedarf zum Triebbeginn - also im Juni bis Juli - vor und verwende eine Mischung aus halbverrotteter Lauberde, Torf und Sand im Verhältnis 4:1:1.
Besonderes: Die auffallenden Blütenpflanzen erlangten in neuester Zeit eine ähnliche Beliebtheit wie der seit langem geschätzte "Weihnachtskaktus". Die Pflanzen lassen sich ohne besondere Pflegeansprüche in jedem Zimmer halten.